Gerhart Hauptmann
Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862 als Sohn des Gastwirts Robert Hauptmann in Obersalzbrunn, Schlesien (heutiges Polen) geboren. Nach dem Besuch der Realschule 1878 beginnt er eine landwirtschaftliche Ausbildung auf einem Gut in Schlesien. Mit 28 Jahren tritt er in die Bildhauerklasse an der Breslauer Königlichen Kunst- und Gewerbeschule ein. Nach einem kurzen Bildhauerstudium in Breslau und Jena begann er mit ersten literarischen Schöpfungen. Zum Schreiben wurde er durch Vorlesungen von Haeckel und Eucken, die er in Jena besuchte, beeinflusst. Hauptmann unternahm viele Reisen, u.a. nach Spanien,Schweiz und Italien. Eine Karriere als Bildhauer in Rom 1883/84 scheiterte allerdings. 1885 kommt es zur Heirat mit Marie Thienemann, Tochter eines Großgrundbesitzers. Somit waren seine finanziellen Sorgen beseitigt und er konnte von nun an als freier Schriftsteller arbeiten. Hauptmann zog mit ihr nach Berlin, wo er mit vielen Künstlern der Moderne in Kontakt kam, u.a. Arno Holz.
In seinem Frühwerk setzte er sich in verschiedenen Genres intensiv mit dem Naturalismus auseinander und förderte seine Entwicklung, z.B. mit der Novelle (Literatur) Bahnwärter Thiel, und den Theaterstücken Vor Sonnenaufgang und Die Weber. Sein erstes Stück Vor Sonnenaufgang (1889) gilt als grundlegendes Werk des Naturalismus, gezeigt wird der moralische Verfall mehrerer Bauernfamilien, die plötzlich zu Wohlstand gelangt sind, als auf ihrem Land Kohlevorkommen entdeckt wurden. Er wurde dann schlagartig berühmt, weil Vor Sonnenaufgang zu einem Skandal führte und verboten wurde. Mit diesen Stücken wurde er zum wohl bedeutendsten Vertreter des Naturalismus. Auf der "Freien Bühne" in Berlin konnten seine Stücke nichtöffentlich und daher unzensiert aufgeführt werden.
Mit seiner Traumdichtung Hanneles Himmelfahrt wandte sich Hauptmann vom Naturalismus ab, und vermischte naturalistische mit romantischen Elementen. Nach Scheitern der ersten Ehe, ging er 1904 eine Zweite mit Margarete Marschalk ein. In den Tragödien Die Ratten und Rose Bernd und der Komödie Der Biberpelz widmete er sich wieder der Sozialkritik. 1912 erhielt Hauptmann den Nobelpreis für Literatur.
1918 beteiligte er sich aktiv mit zahlreichen anderen Künstlern am Aufbau der Weimarer Republik. 1924 wird er Ehrenmitglied an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Ein Jahr vor der nationalsozialistischen Machtergreifung wird eines seiner Dramen zum letzten mal uraufgeführt: Vor Sonnenuntergang. Hauptmann erwirbt 1930 das "Haus Seedorn" auf Hiddensee, das er umbauen lies. Hiddensee ist der Ort, an den es ihn zwischen 1885 und 1943 immer wieder zog. 1933 zieht er sich ganz aus dem öffentlichen Leben zurück. Seine Werke werden weiterhin veröffentlicht und verfilmt.
Gerhart Hauptmann starb am 6. Juni 1946 in Agnetendorf in Schlesien. Sein Grab befindet sich im Ort Kloster auf Hiddensee.
Heinrich Böll
Heinrich Böll (* 21. Dezember 1917 in Köln, Deutschland; † 16. Juli 1985, Langenbroich), war ein deutscher Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger.
Böll wurde als achtes Kind seiner Eltern im schlimmsten Hungerjahr des Ersten Weltkrieges geboren. Er machte eine Ausbildung in der Buchhandlung Lempertz in Bonn, und studierte Deutsche Sprache an der Universität zu Köln. Er hatte keine Sympathien für die Politik des Nationalsozialismus, konnte der Mitgliedschaft in der Hitler-Jugend ausweichen, und diente in der Wehrmacht in Frankreich, Rumänien, Ungarn und der UdSSR. Er wurde mehrmals verwundet, und geriet bei Kriegsende in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Im Jahre 1947 begann er seine Karriere als Schriftsteller. Seine erste Veröffentlichung, die Kurzgeschichte Der Zug war pünktlich, erschien 1947. Es folgten viele bekannte Kurzgeschichten Romane und Erzählungen. Sie spielten meist im Nachkriegsdeutschland und erzählten von Außenseitern, die nur schwer vergessen, während die Gesellschaft um sie herum das Dritte Reich so schnell als möglich verdrängt. Seine Figuren sind oft vom Krieg gezeichnet und leben in prekären Umständen. Auf den Vorwurf, er schreibe Waschküchenliteratur, schrieb er einen Aufsatz, um die Verwendung dieses Milieus zu verteidigen.
Heinrich Böll war einer der wichtigsten Vertreter der Nachkriegs- und Trümmerliteratur und Mitglied der Gruppe 47.
Im Jahr 1972 wurde Heinrich Böll der Nobelpreis für Literatur verliehen, insbesondere für seinen Roman Gruppenbild mit Dame (1971). In diesem Roman folgt er anhand der Biografie einer Frau der deutschen Geschichte vom Ersten Weltkrieg bis in die 1960er Jahre.
Er ist einer der meistgelesenen deutschen Autoren, und sein Werk ist in über 30 Sprachen übersetzt worden. Zusammen mit seiner Frau Annemarie Böll übersetzte er daneben eine Reihe von Büchern aus dem Englischen.
Heinrich Böll hatte seine Wurzeln in seiner Heimatstadt Köln, mit der katholischen Prägung und dem speziellen Humor. Sein Werk war von der Nachkriegszeit und der Zerstörung Kölns im Krieg geprägt. Die Schurken seiner Werke waren die Amts- und Würdenträger in Regierung, Wirtschaft und Kirche, die er aufgrund ihrer Konformität und ihres Machtmissbrauches kritisierte. Schon in den sechziger Jahren lernte er Lew Kopelew kennen, den er zu einer Reise nach Deutschland einlud. Böll stand Kopelew und seiner Frau Raissa Orlowa, auch als sie nach Deutschland ins Exil gingen, stets als stützender Freund zur Seite.
Böll hat sich immer auch als politischer Staatsbürger verstanden. 1969 engagierte er sich für die Wahl von Willy Brandt. Anfang der siebziger Jahre schaltete er sich in die Terrorismus-Debatte ein. Ab 1980 engagierte sich Böll in der Friedensbewegung gegen den NATO-Doppelbeschluss. Er unterzeichnete den Krefelder Appell gegen diesen Beschluss (der die Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenraketen in Deutschland vorsah), sprach auf zwei zentralen Friedensdemonstrationen in Bonn und war einer der prominenten Blockierer des US-Militärdepots Mutlangen.
Er ist außerdem Ehrenbürger der Stadt Köln und war von 1971 bis 1974 Präsident des internationalen P.E.N.-Clubs.
Walther Hermann Nernst
Walther Hermann Nernst (* 25. Juni 1864 in Briesen (Westpreußen); † 18. November 1941 in Zibelle, Oberlausitz bei Bad Muskau) war ein deutscher Physiker und Chemiker.
Nernst arbeitete vor allem auf den Gebieten der Elektrochemie und der Thermodynamik. 1905 formulierte er in seiner Vorlesung an der Berliner Universität den 3. Hauptsatz der Thermodynamik (Nernstscher Wärmesatz, Nernst-Theorem). Offiziell stellte er sie am 23. Dezember 1905 der „Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen“ vor. In der weitergehenden Formulierung von Max Planck ist die Entropie am absoluten Nullpunkt Null. Eine Konsequenz ist die Unerreichbarkeit des absoluten Nullpunktes der Temperatur. Nernst erhielt 1921 den Nobelpreis für Chemie für das Jahr 1920 „als Anerkennung für seine thermochemischen Arbeiten“.
1895 begründet er in Göttingen das Institut für Physikalische Chemie. Im Jahr 1897 erfindet er dort die nach ihm benannte Lampe (Nernstlampe).
An der Berliner Universität lehrte er von 1905 bis 1932.
Walther Nernst galt unter seinen Mitarbeitern als eigenwillig und etwas verschroben. Einer von ihnen erzählte: „Den Nernst´schen Wärmesatz finden sie im Lexikon unter „M“. Warum? Na unter: MEIN Wärmesatz!“
Eine weitere Anekdote wird über den alternden Nernst erzählt, der sich auf ein Landgut in Zibelle in der Oberlausitz zurückgezogen hatte. Dort hatte er sich voll und ganz der Karpfenzucht verschrieben. Auf die Frage eines Journalisten, warum er bei diesem Platz auf dem Landgut nicht lieber Rinder züchte, antwortete Nernst: „Karpfen müssen Sie züchten!“. Damit spielte er auf die Konsequenzen der Thermodynamik hin, die unter anderem aussagt, dass das Universum auf maximale Entropie hinstrebt. Das Erreichen der absoluten Gleichverteilung der Energie würde aber auch gleichzeitig das Ende des Universums bedeuten. Warmblütige Rinder trügen wegen ihres wesentlich höheren Energieumsatzes als kaltblütige Karpfen zu einem früheren Erreichen des Entropiemaximums und damit dem schnelleren Ende des Universums bei.
Nernst war auch an der Entwicklung des ersten E-Pianos Bechstein-Siemens-Nernst-Flügel (Neo-Bechstein) beteiligt.
Wygenerowano: 2005-10-13